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Marokko
Geschichte
Marokko wurde seit Beginn der historischen
Überlieferung von Berberstämmen bewohnt, die im 3. Jahrhundert v. Chr. das Königreich
Mauretanien bildeten. Nach der römischen Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7.
Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der Islam von den Berbern übernommen,
doch kam es wegen Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu Aufständen. Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und Meriniden. Den Almoraviden gelang im 12. Jahrhundert sogar die erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt. Seit dem 15. Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert die bis heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den europäischen Kolonialmächten lange behaupten und musste erst 1912 das französische Protektorat anerkennen. Doch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg war Frankreich gezwungen, Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956).
1976 annektierte Marokko nach dem Grünen Marsch von 1975, an dem über 350.000 unbewaffnete
marokkanische Zivilisten teilnahmen, die benachbarte Westsahara, die bisher als Kolonie
von Spanien verwaltet wurde und vorher unter weitgehendem marokkanischem und (gebietsweise)
mauretinischem Einfluss stand. Der damalige König Marokkos, Hassan II., bat den
internationalen Gerichtshof in Den Haag um ein Urteil, das die historische Zugehörigkeit
der Westsahara zu Marokko belegen sollte. Der internationale Gerichtshof in Den Haag sprach
Marokko jedoch sämtliche Besitzansprüche auf die besetzten Gebiete ab, worauf Marokko das
Urteil schlicht ignorierte. Die UNO forderte Marokko auf, in einer Volksabstimmung die
verbliebene und die vertriebene Bevölkerung der Westsahara über Freiheit oder Zugehörigkeit
zu Marokko entscheiden zu lassen. Hassan II. stimmte diesem Vorgehen zu, die Abstimmung hat
jedoch bis heute nicht stattgefunden. Indes betreibt Marokko eine umfassende
Besiedlungspolitik in der Sahara, wohl um den marokkanischen Bevölkerungsanteil bis zur
Abstimmung groß genug werden zu lassen. Ein Teil der saharouischen Bevölkerung lebt in
Flüchtlingslagern in der algerischen Sahara. Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen
Republik Sahara in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko als einziger afrikanischer Staat
es vorgezogen, nicht Mitglied der AU zu sein.
Siehe auch: Westsaharakonflikt, Liste der Könige Marokkos, Liste der französischen
Generalresidenten für Marokko, Liste der Premierminister von Marokko.
Politik
Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt, seit dem 23.
Juli 1999, König Mohammed VI. ist. König Mohammed VI. gehört der Dynastie der Alawiden an,
die seit über drei Jahrhunderten über Marokko herrscht. Er ist nicht nur weltliches,
sondern als Führer der Gläubigen auch geistiges Oberhaupt der marokkanischen Bevölkerung.
Der König ernennt nicht nur den Premierminister, der in der Regel von der stärksten
politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch das gesamte Kabinett
und verfügt daneben über zahlreiche Befugnisse, die seine Position als mächtigste Instanz
des Staates untermauern. Im Vergleich zu europäischen Monarchien hat der marokkanische
König weitergehendere Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der Premierminister die
politischen Tagesgeschäfte führt.
Derzeitiger Premierminister ist seit dem 7. November 2002 der parteilose Driss Jettou.
Marokko verfügt seit einer konstitutionellen
Reform von 1996 über ein parlamentarisches
Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Darüber hinaus gewährt die
Verfassung des Landes eine unabhängige Judikative. Die Richter des Obersten
Gerichtshofes werden vom König ernannt.
Siehe auch: Politisches System Marokkos
Außenpolitik
Marokko war das erste Land, welches die jungen
Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1777 offiziell anerkannte. Der "Moroccan-American
Treaty of Friendship" von 1783, welcher von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas
Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch Amerikas längster ungebrochener
Freundschaftsvertrag mit einem anderen Staat. Die US-Marokkanischen Beziehungen sind so
gut, dass die Vereinigten Staaten Marokko den Status eines Hauptverbündeten Alliierten
außerhalb der NATO (Major Non-Nato Ally) im Juni 2004 zuerkannten (Quelle: background note
on Morocco, Oct. 2004 des US-Außenministeriums).
Marokkos Politik ist dediziert pro-westlich und pro-europäisch, wobei es starke politische,
kulturelle und auch soziale Bindungen zu Europa unterhält.
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